Imkerei Höveling

ISLAND - Unglaublich aber wahr

by Leahcim Lemmots
ar-natura.jimdosite.com

​Hallo Freundinnen und Freunde! Ich war ja letztens in Island. Wir sind dort mit dem Bus herumgefahren. Manchmal habe ich mich abseits der Gruppe alleine auf einen Stein gesetzt und mir die Gegend angeschaut. Und ich möchte euch eine kleine Geschichte erzählen, in der ich Kontakt zu einer Elfe aufgenommen habe. Denn Island ist ein Land, in dem die Elfen leben. Und wo die Elfen zu Hause sind, da gibt es auch schöne, kleine Elfengeschichten, die so wahr sind, wie ich sie selbst erlebt habe – und die einfach ein bisschen dieses Island und die Liebe zu den Elfen widerspiegeln, die dort herrscht.

​Wer denkt, dass ich wohl manchmal etwas zu viel Fantasie habe: Bitte informiert euch selbst! Die kleinen Wesen sollen vor allem in Steformationen und Felsen ihren Lebensraum haben – ein Grund, warum Naturschutz und Baugenehmigungen in Island unter besonderer Aufsicht stehen. Wird das Zuhause der Elfen gestört, so kann es durchaus dazu kommen, dass die kleinen Wesen zu wahrlichen Störenfrieden werden. Baugeräte funktionieren plötzlich nicht mehr oder es passieren Unfälle auf der Baustelle. Ja, es gab sogar eine Elfenbeauftragte, Erla Stefánsdóttir, die bei Straßenplanungen oder Bauvorhaben prüfte, ob man dort überhaupt bauen darf, ohne die Elfen zu vertreiben oder zu stören.

​Das Flüstern im Lavafeld
​Der Reisebus war schon ein Stück weiter oben am Hang geparkt. Die fernen Stimmen der anderen Passagiere wurden vom stetigen, weichen Wind Islands verschluckt. Hier unten, abseits des Schotterwegs, war es vollkommen still. Nur das leise Knirschen der Schritte auf dem vulkanischen Boden war zu hören, bis ein einladender, runder Stein – fast vollständig von dickem, jadegrünem Islandmoos überzogen – zur Rast einlud.

​Es war ein Moment des puren Ankommens. Der Blick schweifte über die endlose Weite: raue Lavaformationen, die wie erstarrte Fabelwesen in der Landschaft standen, und im Hintergrund das strahlende Weiß der mit Schnee bedeckten Tafelberge. In Island verliert man schnell das Gefühl für die Zeit. Wie lange saß ich schon hier? Minuten? Eine Stunde?

​Plötzlich veränderte sich der Wind. Er wurde sanfter, fast wie ein warmes Atmen. Und da war dieses feine, kaum hörbare Summen – wie von einer Biene, die es hier oben eigentlich gar nicht geben durfte.

​Direkt neben dem Moosstein, in einer kleinen Spalte des dunklen Lavagesteins, bewegte sich etwas. Keine schillernde Gestalt mit Flügeln, wie man sie aus Märchenbüchern kennt, sondern eher ein Schimmern. Ein winziger Lichtkegel, der die Konturen eines zierlichen Gesichts erahnen ließ. Zwei Augen, so klar wie das Wasser der isländischen Gletscherbäche, blickten mich an.

​Es war keine Angst in diesem Blick, nur eine tiefe, uralte Neugier.

​„Du hast dir Zeit genommen“, schien eine Stimme direkt in meinem Kopf zu flüstern, ohne dass ein Wort gesprochen wurde. „Die meisten Menschen eilen nur vorbei. Sie fotografieren unsere Steine, aber sie sehen uns nicht.“

​Ich wagte kaum zu atmen, aus Sorge, die feine, kleine Erscheinung zu verscheuchen. Ganz langsam legte ich die Hand flach auf das kühle Moos, als Zeichen des Respekts.

​„Ich wollte das Land wirklich spüren“, dachte ich still zurück.

​Das kleine Wesen im Felsspalt schien zu nicken. Das Schimmern dehnte sich ein wenig aus, und für einen kurzen Herzschlag lang war es, als würde die Kälte des Windes verfliegen. Ein Gefühl von tiefer Geborgenheit und Wärme breitete sich aus – so, als würde das Land selbst mich in den Arm nehmen und willkommen heißen.

​„Wir sind hier“, flüsterte die Elfe im Geist. „Solange ihr uns den Raum lasst und an uns denkt, beschützen wir diese Erde.“

​Ein plötzliches Hupen des Reisebusses in der Ferne riss die Stille jäh entzwei. Der Moment war vorbei. Das Schimmern in der Felsspalte verblasste augenblicklich, und zurück blieb nur das graubraune Lavagestein.

​Als ich aufstand, um langsam zum Bus zurückzukehren, fühlte ich mich seltsam leicht. Ich drehte mich noch einmal um und flüsterte ein leises „Takk“ – Danke – in den Wind. Beim Einsteigen in den Bus lächelte ich in mich hinein. Die anderen unterhielten sich über die nächsten Sehenswürdigkeiten, doch ich trug das wohl am besten gehütete Geheimnis Islands im Herzen mit nach Hause.

​Ich hoffe, diese Zeilen fangen das Gefühl meiner Reise ein wenig ein und bringen dich, liebe Leserinnen und Leser, gedanklich auch noch einmal zurück auf diesen magischen Stein im Moos. Schließt die Augen und stellt es euch einfach vor – merkt ihr auch was?

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