Imkerei Höveling

Das Schwärmen der Honigbienen


Die faszinierende Teilung des Superorganismus


Das Schwärmen ist die natürliche Art und Weise, wie sich ein Bienenvolk vermehrt und ausbreitet. Man kann es sich wie die "Geburt" eines neuen Volkes vorstellen.

​Die Auslöser: Warum schwärmen Bienen?

​Das Schwärmen geschieht meistens im Frühling bis Frühsommer (Mai bis Juni), wenn die Natur im Überfluss steht.
Drei Hauptfaktoren kommen hier zusammen:
Platzmangel: Der Bienenstock platzt aus allen Nähten. Es gibt zu viele Jungbienen und keinen Platz mehr für neuen Honig oder Brut.
Verdünnung des Pheromons: Die alte Königin schafft es nicht mehr, ihre "Königinnensubstanz" (ein blockierender Duftstoff) im gesamten, riesigen Volk zu verteilen.
Instinkt: Die Natur signalisiert den Bienen, dass jetzt die beste Überlebenschance für ein neues Volk besteht.

​Die Vorbereitung im Stock

​Bevor es losgeht, trifft das Volk gezielte Vorbereitungen:

Anlage von Weiselzellen: Die Arbeiterinnen bauen spezielle, senkrecht nach unten hängende Zellen und lassen darin neue Königinnen heranreifen.

Die Diät der Königin: Die alte Königin wird weniger gefüttert und von den Arbeiterinnen regelrecht "gehetzt". Sie muss Gewicht verlieren, um überhaupt wieder flugfähig zu werden.

Proviant einpacken: Kurz vor dem Abflug saugen sich alle ausziehenden Bienen prallvoll mit Honig. Dieser Vorrat muss für mehrere Tage reichen.

​Der Ablauf des Schwarmaktes

​Der eigentliche Auszug ist ein explosives, sekundenschnelles Naturschauspiel, das sich in klaren Phasen vollzieht:

Der Aufbruch (Dauer: wenige Minuten)
An einem sonnigen Vormittag zieht etwa die Hälfte des Volkes (oft 10.000 bis 20.000 Bienen) zusammen mit der alten Königin unter lautem Summen aus dem Stock aus. Der Himmel verdunkelt sich kurzzeitig.

Die Zwischenstation (Dauer: wenige Stunden bis Tage)
Der Schwarm sammelt sich in der Nähe (oft in einem Baum oder an einer Hecke) zu einer dichten Traube. Im Zentrum sitzt gut geschützt die Königin.

Die Wohnungssuche (Parallel zur Zwischenstation)
Sogenannte Spurbienen fliegen aus, um eine dauerhafte Nisthöhle (z. B. einen hohlen Baum oder eine Mauerritze) zu finden. Sie kehren zurück und "tanzen" auf der Schwarmtraube, um für die besten Plätze zu werben.

Der finale Einzug (Ziel erreicht)
Sobald sich die Spurbienen geeinigt haben, löst sich die Traube auf und das gesamte Volk fliegt geschlossen zu seiner neuen Heimat, um sofort mit dem Wabenbau zu beginnen.

Was passiert im alten Bienenstock?

​Das zurückbleibende Volk ist keineswegs dem Untergang geweiht:

Die Nachfolgerin: Wenige Tage nach dem Auszug schlüpft die erste neue Jungkönigin.

Das Königinnen-Duell: Die erstgeborene Königin tötet oft ihre noch ungeschlüpften Rivalinnen in den Zellen. Manchmal zieht jedoch mit einer zweiten Jungkönigin ein kleinerer "Nachschwarm" aus.

Der Hochzeitsflug: Die verbleibende neue Königin fliegt aus, um sich mit Drohnen (männlichen Bienen) zu paaren, und übernimmt anschließend die Eierlage im alten Stock.

Wichtig für Menschen: Ein Bienenschwarm in der Luft oder im Baum sieht bedrohlich aus, ist aber äußerst friedlich. Da die Bienen vollgefressen sind und kein Nest zu verteidigen haben, stechen sie fast nie. Wenn du einen Schwarm siehst, informiere einfach einen lokalen Imker – er holt die Bienen gerne und sicher ab!

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